Ab und zu, aber wirklich nur ab und zu, hätte ich gerne einen eigenen Garten. Jetzt zum Beispiel ist so ein “ab und zu”. Im Sommer die Früchte der Arbeit ernten und – im wahrsten Sinne des Wortes – in süssen Beeren und knackfrischem Grüngemüse schwelgen. Frischer geht es nicht. Aber leider hat mein grüner Daumen irgendwann darauf vergessen zu wachsen. Mein einziger und letzter Versuch in diese Richtung vor ein paar Jahren endete – sagen wir mal – nicht sehr zufriedenstellend. Als ich nämlich auf dem gemüsefreien Grundstück meiner Mutter begonnen habe, drauflos zu buddeln um aus dem Nichts DAS formvollendete Kräuterbeet zu schaffen. Vor meinem geistigen Auge war es einfach perfekt, in der Realität endete es…nun ja, sie hat sich wieder für den perfekten Rasen entschieden.

Aber zurück zu den Brombeeren. Ich wohne in einer Gegend mit ausgeprägten kleinbäuerlichen Strukturen. So ist der landwirtschaftlich geprägte Kanton Thurgau von St. Gallen nur ein Katzensprung entfernt. Viele Bauern verkaufen ihre Produkte im eigenen Hofladen oder auf den lokalen Märkten. Es wird eine eindrückliche Palette an landwirtschaftlichen Erzeugnissen angeboten. Von Standardgemüse wie Karotten, Broccoli, Kartoffeln, Rucola, Zucchini, Auberginen, verschiedenen Salaten über diverse Beerensorten bis zu Pfirsichen, Marillen und Melonen. Die Vielfalt der Produkte fasziniert mich. So sind wir auch ohne eigenen Garten sehr gut versorgt.

Wir kaufen überschlagsmässig ca. 60% unseres Jahresbedarfs an Gemüse und Früchten bei Bauern vor Ort ein, 30% auf lokalen Märkten und vielleicht 10% im Einzelhandel. Die positive Konsequenz: in unserem Haushalt wird mit Begeisterung nach der Saison gekocht und gegessen.

Jetzt im August stehen überall Brombeeren zum Verkauf. Ich liebe die prallen Früchte morgens im Müsli oder nasche sie einfach pur. Als Dessert sind sie mit etwas geschlagenem Rahm auch nicht zu verachten.

Für den Garten-Koch-Event Brombeere veranstaltet von Barbara und den Sonntagnachmittagskaffee habe ich mit den Früchten und feinem Bio-Sauerrahm kleine Törtchen gebacken.

BROMBEER-MOUSSE-TÖRTCHEN (Quelle: eigenes Rezept)

Zutaten für 4 Törtchen

Biskuit:

  • 2 Freilandeier
  • 30 g Akazienhonig
  • 100 g Dinkelmehl
  • 1 TL Weinsteinbackpulver
  • 1 Prise Salz

Zubereitung:

  1. Eier trennen
  2. Eiweiss mit einer Prise Salz steif schlagen
  3. Eigelb mit dem Honig schaumig schlagen
  4. das mit dem Backpulver vermischte Mehl abwechselnd mit dem geschlagenen Eiweiss vorsichtig unter die Eigelbmasse heben
  5. Masse in eine Form von 20 cm Durchmesser füllen
  6. Bei 175° C ca. 10 min backen
  7. auf ein Kuchengitter stürzen und auskühlen lassen

Brombeer Mousse:

  • 250 g Brombeeren
  • 80 g Bio-Sauerrahm
  • 80 g Bio-Rahm
  • 1 TL Akazienhonig
  • 1 gestrichener TL Agar-Agar (pflanzliches Geliermittel aus dem Bioladen)
  • 1 Bio-Zitrone

Zubereitung:

  1. die Brombeeren ohne Zugabe von Flüssigkeit kurz durchmixen und durch ein Sieb abseihen
  2. ungfähr 2 Esslöffel von den gemixten Brombeeren mit dem Agar-Agar gut verrühren und zu den restlichen Brombeeren geben
  3. Masse aufkochen und unter ständigem Rühren 2 Minuten köcheln
  4. abkühlen lassen und etwas Zitronenschale unterrühren
  5. Brombeermasse, geschlagenen Rahm, Sauerrahm und Akazienhonig verrühren
  6. mit einem Ring (ca. 6 cm Durchmesser) aus dem Biskuit Rondellen ausstechen
  7. Ringe mit Backpapier auslegen und Rondellen in den Ring legen
  8. Brombeermasse einfüllen und mindestens 1 Stunde im Kühlschrank fest werden lassen
  9. mindestens 1/2 h vor dem Servieren aus dem Kühlschrank nehmen, Ring und Papier vorsichtig entfernen und Brombeer-Mousse-Törtchen nach Wunsch mit Früchten oder/und etwas geschlagenem Rahm verzieren

Die Brombeermasse war schön luftig und hatte eine feine Säure. Ich finde, Früchte sollten nach Früchten schmecken – auch in Desserts – und nicht übersüsst sein. Für mich war es perfekt. Wer es dennoch süsser mag, kann auch noch 1 – 2 Löffel Honig zusätzlich dazugeben.

Mein Beitrag für den Garten-Koch-Event Brombeere.

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